Liebe Mitglieder und Freund*innen des Lungauer Frauennetzwerks,

die Armutskonferenz warnt aktuell davor, dass Frauen* in Österreich immer stärker von Armut und finanzieller Abhängigkeit betroffen sind. Neue geplante Maßnahmen seitens der Regierung im Budget könnten diese Entwicklung noch weiter verschärfen. So kritisiert die Armutskonferenz, dass beispielsweise von der Erhöhung der Arbeitslosenversicherungsbeiträge vor allem „Frauen* in Jobs, die jetzt schon schlecht bezahlt sind“ betroffen seien. Gerade im Niedriglohnsektor, in dem viele Frauen* arbeiten, könne das spürbare Einbußen im Alltag bedeuten.

Besonders kritisch wird auch die geplante Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe gesehen. Diese könne, so die deutliche Einschätzung, „die früher gegebene Abhängigkeit von Frauen* von ihrem Partner“ wieder verstärken und sei ein „frauenpolitischer Rückschritt sondergleichen“. Solche Entwicklungen zeigen, wie schnell finanzielle Eigenständigkeit unter Druck geraten kann.

Was hier auf politischer Ebene diskutiert wird, spüren viele Frauen* längst im Alltag. Wer einen Großteil der Sorgearbeit übernimmt, in Teilzeit arbeitet oder in einem schlechter bezahlten Beruf tätig ist, hat oft weniger Einkommen zur Verfügung und baut gleichzeitig weniger finanzielle Absicherung für später auf. Das zeigt sich häufig erst mit den Jahren, etwa bei der Pension oder wenn sich Lebenssituationen verändern.

Gerade bei uns im Lungau sind diese Themen besonders greifbar. Begrenzte Jobmöglichkeiten, fehlende Betreuungsangebote und veraltete Rollenbilder machen es oft schwierig, finanziell unabhängig zu bleiben. Vieles entsteht schleichend und wird im Alltag gar nicht so bewusst wahrgenommen.

Umso wichtiger ist es, sich mit der eigenen finanziellen Situation auseinanderzusetzen und Klarheit zu gewinnen. Genau hier setzt unsere Veranstaltung „Money Matters - Finanziell selbstbestimmt statt abhängig“ an. In diesem Online-Vortrag zeigt Expertin Doris Rumplmair verständlich auf, wie finanzielle Zusammenhänge funktionieren und welche Möglichkeiten es speziell für Frauen* gibt, die eigene Situation zu verbessern. Neben einem Überblick über aktuelle Entwicklungen geht es auch ganz konkret um den eigenen Alltag. Wie behalte ich den Überblick über meine Einnahmen und Ausgaben. Wie kann ich vorsorgen. Und wie lassen sich finanzielle Verantwortung und unbezahlte Arbeit fairer aufteilen. Der Vortrag verbindet Information mit praktischen Ansätzen, die direkt umsetzbar sind. Alle Informationen findet ihr über den Link weiter unten im Newsletter.

Abschließend möchten wir noch einmal betonen, dass die steigende Gefahr von Frauen*armut kein fernes Thema ist, sondern viele Frauen* in Österreich direkt betrifft, auch oder ganz besonders in ländlicheren Regionen wie dem Lungau. Sich Wissen anzueignen und die eigenen finanziellen Möglichkeiten besser zu verstehen, ist ein wichtiger Schritt, um Abhängigkeiten vorzubeugen. Mit unserer Veranstaltung möchten wir dazu ermutigen, genau diesen Schritt zu gehen und die eigene finanzielle Zukunft aktiv mitzugestalten.

Herzliche Grüße,

das Team des Lungauer Frauennetzwerk

Unsere nächsten Veranstaltungen

Drei Personen und eine weitere angeschnittene Person arbeiten an einem Tisch; darüber steht groß „DEUTSCH LERNTREFF“

Deutsch.Lern.Treff

Wann: 19. Mai 2026 | 09:00 - 11:00 Uhr
Wo: LFN Büro | Amtsgasse 11 | Tamsweg

Egal, ob du gerade erst mit dem Deutschlernen beginnst oder schon fortgeschritten bist – unser Treffen bietet dir eine entspannte Atmosphäre, in der du sprechen, üben und mehr über die deutsche Sprache und Kultur erfahren kannst.

Bitte gib uns Bescheid, wenn du teilnehmen möchtest, damit wir besser planen können.
Unscharfe Frau hält Euro-Banknoten vor sich, darüber Text „Money Matters“ und Datum 23. Juni 2026

Money Matters - Finanziell selbstbestimmt statt abhängig

ONLINE-VORTRAG

Wann: 23. Juni 2026 | 18:30 - 20:00 Uhr
Wo: Online - Zoom | Präsenzteilnahme möglich

Dieser Online-Vortrag richtet sich an Frauen*, die ihre Finanzen besser verstehen und ihre finanzielle Situation aktiv und selbstbestimmt gestalten möchten. Verständlich erklärt und praxisnah vermittelt von Doris Rumplmair.
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Elisabeths Buchempfehlung

Elisabeth Mandl vom Büchergewölbe in Tamsweg hat auch diesmal wieder eine tolle Buchempfehlung passend zum Monatsthema für uns:
Buchcover „Weibliche Macht neu denken“ von Eva Thöne mit bunten Strahlen auf blauem Hintergrund
Eva Thöne

Weibliche Macht neu denken

Immer mehr Frauen arbeiten in Führungspositionen, gestalten Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Und doch fühlen sie sich in den Sphären der Macht und den patriarchalen Rollenbildern häufig fremd. Held, Genie, Visionär? Was, wenn sie das nicht sein wollen? Die Frage, wie weibliche Macht aussehen kann, ist unbeantwortet. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Frauen seit der Antike aus den klassischen Machtbereichen rausgehalten wurden. Eva Thöne beleuchtet die positiven Seiten und Potenziale von Macht und Erfolg - Selbstwirksamkeit, Wandel und Utopie - und fragt, wie ein feministisches, gerechtes und solidarisches Handeln möglich werden kann. Ein brillantes und aufrüttelndes Buch über die große Leerstelle im feministischen Diskurs.
»Ein kluger, streitbarer Text über den schillernden Feminismus unserer Zeit« (Sophia Fritz)
info@buechergewoelbe.at
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